Belmopan (kleinste Hauptstadt der Welt) ist Belizes Gegenstück zu Brasilia. 1971 gegründet, hat sich die auf dem Reißbrett geplante Hauptstadt, auch heute noch eine der kleinsten Städte des Landes, nie richtig durchgesetzt. Zwar ist hier der Sitz der Regierung und der Ministerien, doch die meisten Politiker pendeln lieber von Belize City aus, anstatt sich in Belmopan niederzulassen. Nach nun fast 30 Jahren hat die Stadt nur 7000 Einwohner, von denen die meisten Flüchtlinge aus Nachbarstaaten sind. Von den hier arbeitenden Belizern pendeln fast alle aus Belize City oder San Ignacio, was pro Wegstrecke etwa eine Stunde beansprucht. Es ist nicht so, daß die Belizer Belmopan nicht mögen, sie finden die Stadt nur zu ruhig, um nicht zu sagen, tot. Mit nur wenigen Hotels und einigen Chinarestaurants gibt es für die vorwiegend jungen, alleinlebenden Regierungsangestellten nicht viel Unterhaltung. Das größte Ereignis ist die alljährliche Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung im April, zu der Tausende von Besuchern kommen. Den Rest des Jahres sind die Leute, was Unterhaltung betrifft, auf private Partys, aufs Kartenspielen und auf den Besuch des einzigen Nachtclubs, des Jazzy J's angewiesen. Zudem wirkt Belmopans glühendheißes Klima mit Tagestemperaturen von über 40 Grad Celsius auch nicht gerade anziehend.
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